Magie und Zauberei

Magie und Zauberei
Bild mit Zauberstab

Das griechische Mageia geht auf das Wort Magoi zurück. Diese waren ein Stamm der persischen Meder, innerhalb dessen es eine Priesterkaste gab, die kultische Funktionen auch für babylonische und achämenidische Herrscher hatte, z. B. Sonnenkult und Wahrsagen. Magoi wanderten in die griechische Kultur ein und wurden dort berühmt für Fähigkeiten der Traumdeutung, der Vorzeichen und der Astrologie. Von Diogenes Laertios wurden die Lehren der Magoi vermischt mit denen des Zoroastrismus, gleichfalls führte er die indischen Gymnosophisten (Sadhus) und selbst das Judentum auf die Magoi zurück. Dadurch wurde der Begriff ausgedehnt auf viele Träger oder Vermittler von Weisheit, auch Zauberer und Betrüger wurden infolgedessen später als Magier bezeichnet.

In der Bibel gilt Magie als unvereinbar mit dem Eingottglauben der Israeliten, es wird vor falschen Propheten und Magiern gewarnt, Wahrsager und Zauberer aus Ägypten und babylonische Beschwörer sind dem Vorwurf des falschen Gottes ausgesetzt. Magie gilt als 'die Werke des Fleisches' und als unmoralisch. Mit Exodus 22,17 "Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen" wurden die Hexenverbrennungen gerechtfertigt und von diesen Ablehnungen der Zauberei und Magie in der Bibel wurde die ganze abendländische Tradition bestimmt.

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte der Glaube an magische Fähigkeiten von Hexen seinen Höhepunkt, Hexenglaube im europäisch/ westlichen Umfeld war ein spezifisch neuzeitliches Phänomen. In diesem vermengten sich populäre Mythen, soziale Praktiken wie der böse Blick mit theologischen Konstruktionen. In slawischen Regionen gab es sogar bei Anklagen den Verdacht auf Vampirismus.

Während der Reformation erhielt der Begriff eine neue Bedeutung eines Antiritualismus. Lutheraner betrachteten die Transsubstantionslehre als Aberglaube und Magie. Calvinisten betrachteten die Konsubstantionslehre der Lutheraner gleichfalls als Magie und Aberglaube.

Die strikte Unterscheidung von Magie und Religion der christlichen Kultur und des allgemeinen Sprachgebrauchs ergibt sich deshalb aus dieser historischen Konstellation in der Geschichte der europäischen Frühneuzeit. Diese begriffliche Trennung entsteht häufig aus sozialen Prozessen, in denen ein Kontakt zwischen verschiedenen Religionen besteht, sich diese in ein Verhältnis zueinander setzen und dabei dann in einer Kultkonkurrenz die Magie als das erscheint, was in der eigenen Religion als unmoralisch, minderwertig, fremd, verboten gilt, oder als unautorisierte, übertriebene Kulthandlung erscheint. Aus diesen Zuschreibungen entstand z. B. das christliche Vorurteil, fremde sog. "Stämme" verfügten nicht über Religion, sondern Magie.